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Jagd und Haustiere

Jäger und Gejagte

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Haustiere und Jagd

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Der Haustierabschuss - ein emotionales Thema

Zu Beginn sei einmal festgehalten: die meisten Jäger sind selbst Familienväter oder -mütter und haben Haustiere, sowohl Katzen, als auch (Jagd-) Hunde. Es gibt für die meisten Jäger also überhaupt keine Motivation, außer der Verantwortung dem Wild gegenüber (und auch nicht jagbarer Arten!), Haustiere zu schießen. Dennoch passiert dies immer wieder. Warum? Wir versuchen aufzuklären.

1. Darf jeder Jäger Haustiere schießen?

Der Haustierabschuss ist in jedem Landesjagdgesetz klar geregelt. So sind nur jagdschutzberechtigte Jäger (Jagdaufseher) oder deren Gehilfen überhaupt berechtigt Haustiere wie Katzen und Hunde zu schießen. Ein Jagdschutzberechtigter hat zuvor einen mehrwöchigen Lehrgang z.B. im Jägerhof Brüggen absolviert. Auf deren Webseite ist Näheres zu Befugnissen und Ausbildung eines Jagdaufsehers erklärt. Wohlgemerkt: das trifft insbesondere auch auf die oft so despektierlich genannten "Hobbyjäger" zu.

2. dürfen alle Hunde und Katzen ohne Wenn und Aber geschossen werden?

Auch hier gibt es natürlich klare Regeln. So gibt es einen Mindestabstand von Wohnsiedlungen, welche eine Katze überschritten haben muss, damit sie als wildernd gilt. Dann aber gilt sie auch ohne "in Flagranti" erwischt worden zu sein als wildernd. Je nach Bundesland  liegt diese Distanz zwischen 200-500 m vom letzten Haus entfernt.

Bei Hunden ist es noch strenger: Nur Hunde, welche körperlich zum Wildern in der Lage ist, dürfen überhaupt geschossen werden. Ein "Pinscher" oder Mops zählt ganz sicher nicht dazu, so laut er auch bellen mag. Darüber hinaus sind Gebrauchshunde wie Jagdhunde von dieser Genehmigung ausgeschlossen. In manchen Bundesländern reicht es dann, dass der Hund sich dem Wirkungsbereich des Besitzers entzogen hat. Das führt oft zu Geschichten wie "mein Hund wurde an der Leine erschossen." Mit Verlaub: Diese Geschichten muten wie die der Spinne aus der Yucca Palme an. Man kennt jemanden, der dies mal hörte, von einem Freund der.......

Vielmehr ist es häufig so, dass der Hund NICHT an der Leine war und dem Besitzer 20-30 m - vielleicht noch um eine Kurve - vorauseilt mit der Nase am Boden. Die Verantwortung liegt in diesem Fall in erster Linie beim Hunde-Halter, so tragisch jeder einzelne Fall auch sein mag und so verantwortungslos ein Jäger im speziellen Fall gehandelt haben mag.

Etwas anders verhält es sich in manchen Bundesländern, in welchen es nicht reicht, dass der Hund sich nur entfernt, in diesen Bundesländern muss der Hund beim aktiven Wildern angetroffen werden. Schwierig, denn ein wirklich hetzender Hund ist so schnell, dass ein guter, sicherer Schuss kaum anzubringen wäre. In diesen Bundesländern (wie z.B. Hessen) sind die Abschusszahlen deutlich geringer, die Risszahlen allerdings ebenso hoch wie in anderen Regionen. Hat der Hund denn aber Beute im Fang, ist die Sache klar. Fakt ist aber auch hier: kommt es zur juristischen Auseinandersetzung, ist so oder so in erster Linie mal der Hundehalter verantwortlich für sein Tier, denn auch ein Schuldspruch für den Jäger brächte den geliebten Vierbeiner nicht wieder zurück.

3. 400.000 geschossene Hauskatzen pro Jahr?

Jagdgegner sprechen gerne von mindestens 400.000 geschossenen Katzen und 60.000 geschossenen Hunden pro Jahr in Deutschland, ihnen kann die Zahl nicht hoch genug sein. Allerdings bleibt man zumeist jegliche Nachweise über den Ursprung der Zahlen schuldig. Dennoch gibt es sie, anhand derer ich mal ein Rechenbeispiel wagen möchte:

NRW meldete für das Jahr 2011 ca. 12.000 Katzen (aufgerundet), Hessen für das Jahr 2012 die Zahl von 685 Katzen. Nun muss man berücksichtigen, dass NRW nicht nur das mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesland ist. Es ist in weiten Teilen auch sehr ländlich geprägt (Bauernhöfe mit Katzen) und das Niederwild, welches es zu schützen gilt, spielt in NRW eine viel größere Rolle, als z.B. in Brandenburg. Dort spielt insgesamt die Prädatorenbejagung eine wesentlich kleinene Rolle. Aber gut: nehmen wir 12.000 mal 16 Bundesländer dann bekommen wir die Summe von 192.000. Verdoppeln wir die Zahl einmal, da man Jägern ja nachsagt, sie ließen viele Tiere einfach so verschwinden. Dann bekommen wir auch noch nicht die von Jagdgegnern kolportierten 400.000 Katzen und mehr, sondern "nur" 382.000. 

Nun haben wir allerdings drei Stadtstaaten, Bremen, Berlin und Hamburg, für welche (teils aufgrund Verbotes von Haustierabschüssen) keine Abschüsse bekannt sind. Setzen wir sie großzügig mit 500 an. 24.000 aus NRW (hypothetisch verdoppelt) plus 500 plus die o.g. aus Hessen - ebenfalls verdoppelt ca. 1300 - macht Summasumarum: 25.800 - in 5 Bundesländern. Mecklenburg und Brandenburg haben jeweils ca. 2,4 Mio. Einwohner. Zum Vergleich: in NRW sind es 18 Mio. Nimmt man nun diese dünne Besiedlung (weniger Landwirte, weniger Jäger, weniger potenzielle Katzenhalter) können wir wohl getrost von 1500 Katzen ausgehen, für beide Bundesländer. Ich erwähnte bereits, dass die Niederwildhege und damit die Prädatorenbejagung in diesen Bundesländern nicht annähernd die Rolle spielt, wie in NRW. Dann wären wir bei 7 Bundesländern und 27.300 Abschüssen angekommen. Bleiben noch 9, welche sich den Rest von ca. 372.700 geschossenen Katzen teilen müssten, macht 41.500 Katzen pro ausstehendem Bundesland. In Anbetracht der großzügig hochgerechneten Zahlen für NRW völlig unrealistisch. Würde man diese Berechnung nun "seriös" zuende führen mit einem "Puffer", und einem Schnitt von 8.000 Abschüssen pro Bundesland (x 7 = 56.000) und runden es auf, liegen wir bei 100.000 Katzen. Nun könnte man sogar die Zahlen verdreifachen und käme nichtmal auf 200.000. Wie man es dreht und wendet: woher Kritiker von Haustierabschüssen also ihre Zahlen haben, das bleibt wohl ihr Geheimnis. 

4. Aber WARUM werden überhaupt Haustiere geschossen in einer zivilisierten Welt wie der unseren?

Beispiel Katzen: Es gibt in Deutschland ca. 7 Mio. Katzenhalter - damit ist die Hauskatze mit Abstand das beliebteste Haustier in D. Gehen wir von 1,5 Katzen im Schnitt pro Halter aus, so sprechen wir über ca. 10,5 Mio. Hauskatzen. Hinzu kommen all die verwilderten Katzen von Bauernhöfen oder ohne Besitzer, so können wir getrost von ca. 12 Mio. Katzen reden. 
Natürlich: bedrohte Arten Bodenbrüter wie z.B. der Kiebitz ist in erster Linie von unserer Lebensweise und der Landwirtschaft bedroht, nicht ausschließlich durch Katzen. Allerdings nutzen alle Renaturierungsmaßnahmen und Biotopverbesserungen vor allem durch Jäger und Landwirte nichts, wenn man Prädatoren und die Hauskatze zu Millionen durch Feld und Flur streifen lässt. Wünschenswerte, kommunal geförderte Kastrationsprogramme wie das "Paderborner Modell" greifen zu wenig, da eben nicht flächendeckend. Tierschutzvereine kämpfen sprichwörtlich gegen Windmühlen, wenn sie Katzen teuer kastrieren lassen und gleichzeitig neue Mietzis unkastriert und unkontrolliert in die Natur entlassen werden. Es ist also - wiedermal - ein von Menschen gemachtes Problem. Hinzu kommt das völlige Unverständnis vieler Halter, dass Hauskatzen (im Gegensatz zur recht seltenen und daher geschützten Wildkatze) nicht herumstreifen und Tiere töten dürfen, denn dass sei ja schließlich "die Natur der Katze".

Ja, es ist die Natur der Katze - es ist aber auch die Natur des Hundes zu wildern und hier wird schon vom Gesetzgeber hart durchgegriffen: Hundehalter müssen in den meisten Bundesländern eine Versicherung für das Tier nachweisen, darüber hinaus zahlt man Steuern, der Hund muss gechippt sein, es herrscht weitestgehend Leinenzwang. So haben wir denn auch kein Strassenhundeproblem wie viele andere (europäische) Länder. Der Hund hat einen gesellschaftlichen "Wert", man lässt ihn nicht einfach unbeaufsichtigt - nicht so bei der Katze. Bei dieser wird zumeist die Verantwortung an der Hautür abgegeben. Die Folgen beschrieb jüngst eine Studie aus Amerika:

Zitat: "Katzen sind eine Bedrohung für die Artenvielfalt: Laut einer Studie sind sie für das Aussterben von weltweit 33 Vogelarten verantwortlich. Ein Ornithologe fordert deshalb eine Abgabe für Katzenhalter."   Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus "Die Welt".

Auch wenn die Studie sich überwiegend nur mit Singvogelarten und Insekten beschäftigt hat, hierzulande sind sie in erster Linie für bodenbrütende Hühnervögel, aber auch für Junghasen und sogar kleine Kitze eine Gefahr.

Ein gutes Beispiel, wie Katzenhalter sogar das Töten von Fasanen und Hasen als ein "Kavaliersdelikt" betrachten, sich regelrecht über anderes Tierleid zu amüsieren scheinen und welches belegt, wie wenig Bewusstsein viele Katzenhalter dieser Problematik entgegenbringen, sei Ihnen ein Ausschnitt aus diesem Forum ans Herz gelegt.

Ein Video auf Youtube zeigt anschaulich, wie interessiert eine Katze an einem jungen Weißwedel-Kalb ist. Zwar dreht sich das Video in erster Linie um einen Hund, welcher von einer Hirschkuh, welche ihr Kalb schützen will, ziemlich übel vermöbelt wird. Allerdings ist das Verhalten der Katze bezeichnend für die Darstellung der Gesamtproblematik. Ein frisch gesetztes Rehkitz, welches weit kleiner ist, hätte keine Chance gegen eine Katze:

 

 

 http://www.youtube.com/watch?v=E2J4dPaxJ2A

Weitere interessante Links zu dem Thema:
http://www.wildvogelhilfe.org/garten/hauskatzen.html
http://www.lbv.de/ratgeber/vogelschutz/katzen.html

Katzenproblem in Australien:

http://www.biologie-seite.de/spezial_katzen/04dom/07ausprob.php

Nun, der Abschuss von Hauskatzen ist sicher nicht die "Ultima Ratio". Folgende Ideen, teilweise bereits in der ein oder anderen Kommune umgesetzt, könnte langfristig dazu führen, dass eine Bejagung von Hauskatzen gänzlich überflüssig würde:

  1. Katzen, welche nicht zur Zucht gedacht sind, sollten zwangskastriert werden
  2. Katzen sollten ebenfalls einer Chippflicht unterliegen: sie wären durch Fallen gefangen eindeutig einem Halter zuzuordnen, dieser wiederum kann mit Bußgeld belegt werden, wenn die Katze
  3. in den Hauptsetz- und Brutzeiten (Freilaufverbot von April-Juli) in Feld und Flur eingefangen würden.
  4. Schließlich eine geringe Katzensteuer, abhängig von der Anzahl gehaltener Katzen. Daraus würden Aufklärungskampagnen, Fang- und/oder Kastrationsmaßnahmen finanziert.

Solange sich hier kein radikales Umdenken in Politik und bei Katzenhaltern vollzieht, ist der Abschuss von Hauskatzen gerade in Bodenbrüter- und Niederwildrevieren alternativlos.

Weitere interessante Links zu dem Thema:
http://www.wildvogelhilfe.org/garten/hauskatzen.html
http://www.lbv.de/ratgeber/vogelschutz/katzen.html


Katzenproblem in Australien:

http://www.biologie-seite.de/spezial_katzen/04dom/07ausprob.php


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